Tipps und Strategien rund um ADHS
Warum Unterforderung bei ADHS so erschöpfend sein kann
Viele von uns kennen das Gefühl, nach einem Arbeitstag völlig ausgelaugt zu sein, obwohl eigentlich gar nicht viel passiert ist. Oft war unser Tag nicht besonders stressig. Wir hatten keine dringenden Deadlines, keine schwierigen Gespräche und keine endlosen Meetings. Und trotzdem fühlen wir uns so, als hätte unser Gehirn einen Marathon hinter sich. Für viele Erwachsene mit ADHS liegt die Ursache nicht in zu viel Stress, sondern in zu wenig geistiger Anregung. Unterforderung kann für das ADHS-Gehirn genauso belastend sein wie Überforderung – und uns manchmal sogar noch mehr stressen.
Warum sich Menschen mit ADHS so schwer entspannen können
Nach einem langen Tag wissen die meisten von uns eigentlich ziemlich genau, was wir tun sollten. Wir sollten das Handy weglegen, uns bettfertig machen, vielleicht ein Buch lesen, warm duschen oder einfach schlafen gehen. Und trotzdem machen viele von uns mit ADHS genau das Gegenteil. Wir setzen uns aufs Sofa und fangen an, durch Social Media zu scrollen. Wir schauen noch eine Folge auf Netflix. Dann noch eine. Wir fallen in ein YouTube-Loch, aus dem wir lange nicht mehr herauskommen. Und am Ende bleiben wir viel länger wach, als wir es eigentlich geplant hatten und fragen uns: „Warum mache ich das eigentlich? Ich bin doch völlig erschöpft.“
ADHS und akademisches Burnout: Wenn plötzlich nichts mehr geht
Es war nicht immer so. Früher warst du die Person, die ihre Hausarbeiten immer noch auf den letzten Drücker fertigbekommen hat. Die irgendwie mit Adrenalin, Nachtschichten und purem Durchhaltewillen durch das Semester gekommen ist. Vielleicht hast du doppelt so hart gearbeitet wie alle anderen, nur damit niemand merkt, wie viel Kraft dich das tatsächlich kostet. Und dann funktionierte es plötzlich nicht mehr. Die Aufgaben begannen sich zu stapeln. Den Vorlesungen zu folgen wurde immer schwieriger. Die Motivation verschwand.
Schulverweigerung bei neurodivergenten Kindern: Mehr als „keine Lust“
Eines der beliebtesten Themen meiner zahlreichen Workshops und Seminare ist effektives Lernen für neurodivergente Kinder. Denn Lernen ist für viele Schüler eine große Herausforderung, die sowohl Konzentration im Unterricht, Prüfungsängste als auch Hausaufgabenkämpfe mit den Eltern miteinschließt. Das stresst enorm und belastet das Familienklima. Jedoch stelle ich immer öfter fest, dass Lernen nicht bei allen Eltern unbedingt im Vordergrund steht, wenn sie meine Workshops besuchen, sondern sie treibt ein ganz anderes Problem um, das ihnen schlaflose Nächte bereitet: die so gefürchtete Schulverweigerung.
Welcher Job passt zu mir mit ADHS? Tipps für die richtige Berufswahl
„Was ist der perfekte Job für mein ADHS-Gehirn?“ Wenn diese Frage in meinem Coaching auftaucht, dann weiß ich bereits, dass die meisten meiner Klienten keine klare, eindeutige Antwort erwarten. Was sie sich vielmehr wünschen, ist ein kleines bisschen Klarheit im mentalen Chaos. Das Gefühl, dass es vielleicht doch möglich ist, eine berufliche Entscheidung zu treffen, die nicht zum Scheitern verurteilt ist oder sie komplett überfordert.
Neurodivergente Beziehungen: Wenn unterschiedliche Neurotypen aufeinandertreffen
Es gibt Beziehungen, die sich leicht und problemlos anfühlen. Und dann gibt es jene, in denen sich die zwei Partner zwar aufrichtig zugetan sind, aber trotzdem immer wieder aneinandergeraten. In denen Gespräche plötzlich kippen, Erwartungen nicht erfüllt werden und beide sich am Ende fragen: Warum ist das eigentlich so schwer mit uns? Ich sehe das oft in meiner Arbeit als Coach. Paare, die sich aufrichtig lieben, denen die Beziehung viel bedeutet und die dennoch in einem Kreislauf aus Missverständnissen,
Leseschwierigkeiten bei ADHS verstehen: Warum Lesen anstrengend ist und was helfen kann
Ich erinnere mich, wie ich neben einer meiner Klientinnen saß, einem aufgeweckten, jungen Mädchen, während sie auf einen englischen Text starrte. Ihr Textmarker hatte ganze Arbeit geleistet. Fast jeder zweite Satz war sorgfältig in leuchtendem Gelb markiert. Am Rand gab es jede Menge Notizen. Pfeile. Ausrufezeichen. Meine Klientin hatte alle Anweisungen befolgt, die man ihr gegeben hatte.
Lügen als Signal, nicht als Fehlverhalten: Was tun, wenn unser neurodivergentes Kind die Unwahrheit sagt
Es gibt eine bestimmte Art von Stille in unserem Haus, die mich unruhig macht. Nicht die friedliche Stille. Nicht die, die auf tiefe Konzentration oder versunkenes Spielen hindeutet. Sondern die Art von Stille, die sich irgendwie verdächtig anfühlt. Bildschirme hatten schon immer eine starke Anziehungskraft auf meinen Sohn. Videospiele, YouTube, alles, was mit schnellen Bewegungen und viel Abwechslung zu tun hat. Und ich verstehe genau, warum das bei ihm so ist. Sein Gehirn verlangt nach intensiver Stimulation,
ADHS und Emotionsregulation: Konkrete DBT-Tools für schwierige Momente
Lange Zeit galt die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als die Therapieform der Wahl bei ADHS. Und das zu Recht, denn die KVT kann uns erfolgreich dabei helfen, Strukturen aufzubauen, Ziele zu formulieren und Verhaltensmuster zu verändern. Und trotzdem hatte ich schon lange vor meiner Ausbildung zum Heilpraktiker der Psychotherapie immer wieder das Gefühl, dass irgendetwas bei der KVT fehlte, wenn es um die Behandlung und Unterstützung von Menschen mit ADHS ging. Denn das alleinige Wissen darum, was wir am besten tun sollten, reicht oft noch lange nicht aus, um es auch wirklich umsetzen zu können.